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Stress bei Fischen
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Was ist Stress? Stress ist die Bezeichnung für eine charakteristische, durch äussere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Körperreaktion von Tieren und Menschen, die zur Bewältigung besonders gesteigerter Anforderungen befähigt. Das Wort stress (engl.: Druck, Anspannung) stammt ursprünglich nicht aus der Psychologie, sondern aus der Werkstoffkunde und bezeichnet den Zug oder Druck auf ein Material. 1936 wurde der Begriff durch den Zoologen Hans Selye aus der Physik entlehnt um eine «unspezifische Reaktion des Körpers auf jegliche Anforderung» zu benennen. Selyes Ausgangspunkt war, dass die Konfrontation eines Tieres mit einer akuten Gefahrsituation unter Stressbedingungen besser zu bewältigen sei, zum Beispiel bei der Begegnung mit einem Fressfeind oder einem innerartlichen Aggressor oder einer physischen Gefahr wie Waldbrand. Das Tier benötigt dann eine erhöhte Handlungsbereitschaft, was sowohl die Bereitschaft seiner Muskulatur und des Kreislaufs betrifft als auch die optimale Funktion des zentralen Nervensystems. Deshalb wird beispielsweise durch die Ausschüttung des Nebennierenhormons Adrenalin eine vegetative Wirkungskette ausgelöst, die den Blutdruck und den Blutzucker sowie den allgemeinen Muskeltonus erhöht.
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Stress-Freiheit gibt es nicht Eine gewisse Dosis an Stress kann das Leben interessanter und weniger langweilig machen (Eustress). Dies gilt auch für Fische. Stress ist ein normaler Bestandteil jeglichen Lebens. Krank macht er dort, wo er über längere Zeit im Übermass vorhanden ist. Wo er auf Dauer nicht als solcher erkannt und nicht bereinigt wird. Das gilt für Menschen wie auch Tiere. Durch den Dauerstress werden Menschen und Tiere krankheitsanfälliger.
Wo kommt Stress vor? Der Wechsel in ein neues Zuhause bedeutet Aufregung und Stress für einen Fisch, und das kann sich auf das Verhalten und sogar das Immunsystem auswirken. Extremer, auswegsloser Stress kann genauso Leiden verursachen, wie Schmerzen. Solcher Stress entsteht, wenn:
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Fische in zu kleinen Aquarien leben |
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sie sich beim gefangen werden verletzen |
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Fische ihr ganzes Leben lang in strukturlosen Aquarien zusammengedrängt leben müssen |
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eine artgemässe Umgebung fehlt und Rückzugsmöglichkeit fehlen |
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die innerartlichen Lebensaufgaben fehlen |
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sie zu Zuchtzwecken dauernd umquartiert werden |
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Vibaration von Filter/Pumpe oder Elektrosmog |
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Vibrationen von aussen wie Tram oder sonstiges |
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Wasserwechsel, "gärtnern" |
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abruptes Einschalten/Ausschalten von Licht |
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hohe Personenfluktuation vor Aquarium |
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statische Bedingungen im Aquarium |
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Wie ist Stress zu erkennen? Durch Messung von Blutparametern insbesondere aber auch durch Verhaltensbeobachtungen kann Stress nachgewiesen werden. Es ist jedoch vorstellbar, dass viele stressauslösende Momente von uns Menschen gar nicht als solche eingestuft werden.
Stress ist nicht immer schädlich Stress ist grundsätzlich nicht schlecht, sondern erleichtert es mit schwierigen Situationen umzugehen (z.B. Präsenz von Prädatoren). Stress wird nur dann zum Problem, wenn er chronisch vorhanden ist, beispielsweise können lebenswichtige Organsysteme dauerhaft Schaden nehmen. Es ist gut möglich, dass verschiedene Aktivitäten im und um das Aquarium zeitweiligen Stress auslösen. Beruhend auf Beobachtungen besteht zurecht die Vermutung, dass sich die Fische normalerweise an Situationen, wie hohe Aktivität um das Aquarium oder Pumpenlärm und anderes, schnell und gut gewöhnen. Das heisst, was anfangs Stressreaktionen auslöste, muss nicht zwingend langfristig ein Stressfaktor ergeben.
2006 VAZ
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